Leitlinien für verantwortungsvollen Einsatz von KI in der Erziehungshilfe
Die diözesane Arbeitsgemeinschaft der erzieherischen Hilfen (AGE) im Diözesan-Caritasverband Freiburg hat jetzt Leitlinien für den Einsatz Künstlicher Intelligenz im Arbeitsfeld vorgelegt. Sie sind das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema KI mit Blick auf Grundhaltungen, rechtliche Rahmensetzungen und Datenschutz, ethische Leitprinzipien, operative Leitlinien sowie Schulungsanforderungen und Kompetenzerwerb.
Beim Projektabschluss in Freiburg dankte Diözesan-Caritasdirektorin Birgit Schaer allen Beteiligten und sagte, die Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz sei kein einmaliges Thema, sondern werde uns dauerhaft begleiten. Dabei gehe es nicht nur um Technik. "Es geht um Menschenwürde und um all das, was das Menschsein bislang ausmacht, Beziehung leben in einer analogen Gemeinschaft", so Birgit Schaer.
Das Projekt "KI in den Hilfen zur Erziehung" wurde durch die Glücksspirale gefördert und von den Einrichtungen und Diensten der diözesanen Arbeitsgemeinschaft der Erziehungshilfen (AGE) initiiert. Projektträger war der Diözesan-Caritasverband, die Gesamtverantwortung lag bei Sabine Triska, Referatsleitung Familien- und Erziehungshilfen. Die inhaltliche Steuerung übernahm eine Projektgruppe der AGE unter Beteiligung von Daniel Hahn und Sybille Schmider sowie den Professoren Michael Macsenaere (Institut für Kinder- und Jugendhilfe IKJ) und Christina Plafky (Fachhochschule Bern).
400 Fach- und Leitungskräfte erreicht
Das 15monatige Projekt, das am 1. April 2025 startete, verfolgte das Ziel, Fach- und Führungskräfte für das Thema Künstliche Intelligenz zu sensibilisieren, praxiserprobte KI‑Tools vorzustellen und deren geschützte Anwendung zu ermöglichen. Zudem wurden Leitlinien erarbeitet, die eine fachlich fundierte, datenschutzkonforme und ethisch verantwortliche Nutzung von KI sicherstellen und dabei die Perspektiven von Kindern, Jugendlichen und Eltern berücksichtigen. Oberste Prämisse war der Schutz der Adressatinnen und die Sicherstellung des Rechts auf Partizipation der jungen Menschen und ihrer Eltern.
Im Rahmen des Projekts fanden zehn digitale Workshops sowie drei ganztägige Präsenzveranstaltungen statt. Insgesamt wurden rund 400 Fach- und Leitungskräfte erreicht, die als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in ihren Einrichtungen wirken.
Als zentrales Ergebnis entstand ein umfassendes Living Document, das rechtliche Rahmenbedingungen, Verantwortlichkeiten, Grundhaltungen, datenschutzrelevante Vorgaben, ethische Leitprinzipien, operative Handlungslinien für die Praxis, Anforderungen an Qualifizierung sowie Aspekte von Schutz und Partizipation bündelt. Diese Leitlinien wurden im Konsens verabschiedet und orientieren sich maßgeblich an der "Ordnung über die Nutzung von KI in der Erzdiözese Freiburg" (Amtsblatt vom 04.03.2026).
Ergänzend befindet sich ein praxisorientiertes Konzept mit thematischen Vertiefungen in der finalen Abstimmung. Die Auseinandersetzung mit KI in der Kinder- und Jugendhilfe bleibt eine dauerhafte Aufgabe, der sich die diözesane AGE auch über das Projektende hinaus verpflichtet fühlt.
Auf dem Foto (v.l.): Michael Spielmann (Abteilungsleitung Kind, Jugend & Familie im Diözesan-Caritasverband), Sabine Triska (Referatsleitung Familien- und Erziehungshilfen), Daniel Hahn (AGE-Projektteam), Sybille Schmider (AGE-Projektteam), Michael Riehle (KVJS), Diözesan-Caritasdirektorin Birgit Schaer, Prof. Michael Macsenaere (IKJ Mainz).
