Thema

Nahrung für die Seele finden

Als christliche Organisation leitet die Caritas ihre Existenzberechtigung sozusagen von einer ganz besonderen Sinnstiftung her ab. Aus diesem Grund hat sich der Caritasverband für die Erzdiözese auf dem Weg gemacht, Spiritualität und spirituelle Bildung intensiv in den Blick zu nehmen und fest in die verbandliche Struktur zu integrieren.

Person vor Kreuz

Spiritualität – individuell und vielgestaltig

Was genau ist Spiritualität? Würde man diese Frage einhundert Menschen stellen – man würde vermutlich keine zwei identischen Antworten erhalten. Spiritualität definiert jeder Mensch individuell für sich. Allgemein kann man sagen, dass Spiritualität die Art und Weise ist, etwas zu tun oder zu sein. Spiritualität ist kein spezieller Teil im Leben, sondern das Gesamtkonzept des Lebens und Arbeitens.

„Spiritualität ist die Weise, wie eine Person, Einrichtung oder Organisation ihr Leben insgesamt gestaltet, die Werte, an denen sie sich ausrichtet, die Dinge, die ihr heilig sind.“
(Bernhard Appel, Caritasdirektor)

Diese Spiritualität wird bereits auf ganz unterschiedliche Weise in unseren Verbänden und Einrichtungen gelebt, zum Beispiel durch die Art, wie Menschen auf andere zugehen und einander begegnen. Der gewissenhafte Umgang mit spirituellen Bedürfnissen innerhalb der Caritas zeigt sich dabei in der Offenheit für spirituell anders Lebende, aber auch in der Entschiedenheit für das christliche Profil der eignen Einrichtung, vertrauen die Christen doch seit der Urkirche in ihrem Leben auf den Geist Gottes – in Form von wegweisenden Zeichen, heilsamen Begegnungen und neuen Perspektiven.

Der Spiritualität eine Fassung geben

Die spirituelle Bildung gibt der Spiritualität eine Fassung – bezogen auf die Institution bedeutet dies, Rahmenbedingungen für die Entwicklung spiritueller Kompetenzen zu schaffen.
Diese helfen unseren Mitarbeitern dabei:

  • zu einem ganzheitlichen Spiritualitätsverständnis zu finden, das mit der Existenzdeutung des christlichen Menschen- und Gottesbildes auch vor dem Hintergrund anderer Religionen und Weltanschauungen vertraut ist
  • sich in die Lebenskonzepte unterschiedlicher Menschen hineinzuversetzen
  • sensibel für spirituelle Belange im Kontext mit der beruflichen Tätigkeit zu sein, das Leben durch Zeichen und Rituale zu deuten und sinnstiftende Erfahrungen anzubahnen

Spiritualität darf kein Luxus sein

Bibel

Angebote wie Oasen- und Pilgertage, Berg- oder Radexerzitien sind wichtig für die spirituelle Entwicklung von Menschen. Nicht vergessen werden darf, dass sich auch die Organisation weiterentwickelt. Eine nachhaltige Spiritualität darf nicht das „Sahnehäubchen“ sein, das abhängig von Dienstplan/ Arbeitsaufwand/Ressourcen ist.

Spiritualität ist eine Haltung, aus der sich eine Kultur und damit auch das Profil einer Institution entwickelt. Spiritualität braucht einen langen Atem. Sie gehört zum Wesentlichen, zu dem, was Kirche und Caritas ausmacht: dass Menschen in den Einrichtungen und Diensten der Caritas nicht nur Hochglanzprospekte und wohlgesetzte Leitbilder finden, sondern auch Nahrung für die Seele.