Freiburg (cpi). Die Caritas in der Erzdiözese Freiburg will den Persönlichkeitsschutz der Klientinnen und Klienten in ihren Diensten und Einrichtungen nachhaltig fördern und verankern. Das sagte Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Appel am Dienstag (18. Februar) in Freiburg bei einer Fachtagung, die sich mit der Prävention gegen und dem Umgang mit Gewalt und Missbrauch beschäftigte. „Menschen, die unsere Unterstützung und Hilfe in Anspruch nehmen und auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen vertrauen und sich darauf verlassen können, dass sie sich bei der Caritas an einem sicheren Ort wissen“, betonte Appel. Dies gelte für die Kinder- und Jugendhilfe genauso wie für alle anderen Bereiche, in denen die Caritas tätig sei, also auch für Altenpflegeheime, Behinderteneinrichtungen, Krankenhäuser oder Integrationsbetriebe.
Mit einer eigens eingesetzten Arbeitsgruppe unterstützt der Diözesan-Caritasverband die verbandlichen Gliederungen bei der Umsetzung der bischöflichen Leitlinien und Verordnungen, die eine Gefährdung von Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen vermeiden sollen. Informationsveranstaltungen wie jetzt in Freiburg (und zuvor in Rastatt), aber auch spezielle Qualifizierungsangebote für Caritas-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen den Diensten und Einrichtungen bei der Umsetzung und Erarbeitung institutioneller Schutzkonzepte helfen. „Als Caritas in der Erzdiözese Freiburg ist es unser Ziel, dass die Menschen, die zu uns kommen, die Hilfe und Unterstützung erhalten, die sie benötigen. Den Menschen soll es bei uns gut gehen, sie sollen von positiven Erfahrungen bei uns berichten können“, betonte der Freiburger Diözesan-Caritasdirektor.
Vor über 100 Leitungskräften aus dem Bereich der Caritas warb Appel dafür, über die formale Umsetzung der bischöflichen Vorgaben hinaus eine „Kultur des achtsamen und respektvollen Miteinanders“ nachhaltig zu fördern und weiterzuentwickeln. Das Ziel sei, Anvertraute, aber auch Mitarbeitende vor jeglicher Form grenzverletzenden Verhaltens zu schützen.
Nach den Worten Appels haben die Gewalt- und Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche in Deutschland deren Ruf und Glaubwürdigkeit massiv beschädigt. Dazu habe auch das Verhalten der Leitungsverantwortlichen beigetragen, die ihrer Verantwortung im Umgang mit Tätern und Opfern nicht in angemessener Weise gerecht geworden seien. Appel begrüßte es, dass sich die deutschen Bischöfe der Aufarbeitung gestellt und Möglichkeiten der Prävention in den Blick genommen hätten.
Der Diözesan-Caritasverband Freiburg engagiert sich bereits seit Jahren im Bereich des Persönlichkeitsschutzes. Er hat unter anderem erfolgreich eine Selbstverpflichtungserklärung zum schutzvollen Umgang von Kinderrechten in den Diensten und Einrichtungen der Erziehungshilfe eingeführt und gemeinsam mit dem Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart die „Initiative Habakuk“ gegründet. Das ist ein Netzwerk von haupt- und ehrenamtlichen Fachleuten, die Kinder, Jugendliche und Familie in Baden-Württemberg bei der Wahrnehmung ihrer Rechte un-abhängig beraten, vermitteln und unterstützen.