URL: www.dicvfreiburg.caritas.de/pressemitteilungen/politik-muss-zeigen-unterstuetzung-von-familien-is/1065411/
Stand: 18.11.2016

Pressemitteilung

„Politik muss zeigen: Unterstützung von Familien ist gewollt“

Freiburg/Stuttgart, 14. August - Angehörige zu pflegen oder Kinder zu erziehen kann heutzutage zum Armutsrisiko werden. Denn wer diese Aufgaben übernimmt, gibt dafür häufig die Erwerbsarbeit auf oder reduziert diese. "Es ist ein Skandal, dass diese Familienarbeit weder im Familieneinkommen noch auf dem Rentenbescheid nennenswerte Spuren hinterlässt", sagt Dr. An-nette Holuscha-Uhlenbrock, Caritasdirektorin der Diözese Rottenburg-Stuttgart. "Familien erbringen entscheidende Vorleistungen im Generationenvertrag. Ihre zeitliche Belastung ist immens. So kommen Familien mit ihren Arbeits-, Erziehungs- und Pflegeaufgaben zunehmend unter zeitlichen und finanziellen Druck." Daher fordert die Caritas Baden-Württemberg im Vorfeld der Bundestagswahl eine Politik, die mehr Zeit für Familienarbeit und eine bessere materielle Absicherung für Familien sichert.

Generell müsse die Politik der nächsten Jahre die Weichen stellen, damit familiäre Leistungen wie Erziehung und Pflege stärker in der gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt werden. "Es ist überfällig, die Grundlagen zu schaffen, damit  Menschen nicht in Altersarmut landen, wenn sie  Kinder erziehen oder sich in der Pflege der Angehörigen einbringen", erklärt Mathea Schneider, Vorstand der Caritas für die Erzdiözese Freiburg.  Auch brauche es zwingend mehr zeitliche Flexibilität für Familien, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Zeitkonten, die etwa eine geringere Arbeitszeit von Vater und Mutter vorsehen, solange die Kinder klein sind, hält die Caritas für ausbaufähig. "Auch muss sich die Wirtschaft noch mehr auf Familienfreundlichkeit ausrichten. Auf den Druck, Familie oder Pflege und Beruf zu vereinen, gibt es nur eine Antwort: flexible und familienfreundliche Beschäftigungsmodelle und Karrierechancen auch bei Teilzeit."

Die Caritas im Land fordert die Politik auf, das familienpolitische Stückwerk der letzten Jahre zu wenden und sich am konkreten Leben der Familien zu orientieren. "Immer noch fehlt es beispielsweise an guter und bezahlbarer Kinderbetreuung", so die Caritasvorstände. Auch müsse mehr für einkommensschwache Familien und vor allem für Alleinerziehende getan werde. Hier gelte es, die Erziehungsleistungen im Steuerrecht und bei den Grundsicherungsleistungen stärker zu berücksichtigen. "Dies ist kein sozialpolitischer Luxus sondern die Grundlage für eine verantwortungsvolle Familienpolitik", so die Caritasvorstände.

Aus Sicht des katholischen Wohlfahrtsverbandes müsse sich die Politik in den nächsten Jahren mit Familien solidarisch zeigen. "Die Politik muss klar zum Ausdruck bringen, dass die Unterstützung von Familien gewollt und eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist."

Copyright: © caritas  2017