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Stand: 20.11.2017

FAQ

Braucht man einen bestimmten Notendurchschnitt im Abschlusszeugnis, um Erzieher/ Erzieherin werden zu können?

Nein, einen bestimmten Notendurchschnitt braucht man nicht. Aber eine gewisse Neugier und Aufgeschlossenheit den verschiedenen Bildungsbereichen gegenüber ist hilfreich, um Kinder und Jugendliche in ihren Bildungsprozessen begleiten zu können.  

In welchen Schulfächern sollte man gut sein, wenn man Erzieher/ Erzieherin werden will?

Die klassischen Schulfächer spielen in der Ausbildung keine so große Rolle. Eine gute Note in Deutsch, in den kreativen Fächern wie Kunst und Musik und auch im Religionsunterricht sind allerdings mit Blick auf die Aufgaben als Erzieherin oder Erzieher von Vorteil. Um Kindern erste Erfahrungen mit Zahlen und Mengen oder auch mit naturwissenschaftlichen Experimenten zu vermitteln, sollte man auch für diese Themen aufgeschlossen sein.  

Welche Hobbies/Freizeitinteressen sind gute Voraussetzungen für den Erzieherberuf? Muss man ein Instrument spielen können?

Eine besonders gute Grundlage für den Beruf der Erzieherin bzw. des Erziehers sind Erfahrungen aus der Kinder- und Jugendarbeit, z. B. als Gruppenleiterin eines Jugendverbandes, als Übungsleiter im Sportverein oder auch als Streitschlichter in der Schule. Wer gerne gemeinsam mit anderen musiziert, kreativ ist, Sport macht oder Naturprojekte begleitet, bringt gute Voraussetzungen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit. nach oben

Wie sicher ist der Arbeitsplatz und wie sehen die Zukunftschancen eines Erziehers/ einer Erzieherin aus?

Momentan werden Erzieherinnen und Erzieher händeringend gesucht. Insbesondere in den Ballungszentren gibt es eine große Auswahl an Stellen. Durch den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung wird das sicher noch auf lange Zeit so bleiben. Auch die berufliche Zukunft ist rosig. Die Kinderzahlen bleiben zukünftig nahezu konstant. Gleichzeitig wird die Anzahl der Erzieherinnen und Erzieher pro Gruppe erhöht. Fazit: Erzieherin und Erzieher ist ein sicherer Job. 

Was verdient man als Erzieher/ Erzieherin?

Die Bezahlung richtet sich nach kircheneigenen Tarifverträgen (AVO/AVR) die sich inhaltlich stark an den Tarifvertrag im öffentlichen Dienst anlehnen. Die kirchlichen Tarifverträge enthalten im Detail viele zusätzliche Leistungen und Vergünstigungen, insbesondere für Beschäftigte mit Kindern. Konkret verdienen eine Erzieherin oder ein Erzieher sofort nach der Ausbildung rund 2.300 Euro brutto. Mit zunehmender Berufserfahrung kann sich dieser Betrag auf über 2.900 Euro brutto steigern. Dazu gibt es im Bereich der Erzdiözese Freiburg noch zusätzliche soziale Leistungen. Für eigene Kinder gibt es beispielsweise. eine Zulage von rund 100 Euro im Monat. Weitere Karrierechancen können sich selbstverständlich  ergeben. Als Kindergartenleiterin oder -leiter kann man noch deutlich mehr verdienen. Natürlich gibt es auch eine Jahressonderzahlung ("Weihnachtsgeld"). Im Anerkennungsjahr (4. Ausbildungsjahr) werden derzeit rund 1.260 Euro im Monat brutto bezahlt. Das sind ungefähr 940 Euro netto.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?

Als Erzieher oder Erzieherin kann man relativ schnell in Leitungsfunktionen aufsteigen, zum Beispiel in die Funktion der Gruppenleitung oder mit entsprechenden Weiterbildungen auch zur Einrichtungsleitung. Hängt man an die Erzieherausbildung noch 2 Jahre Studium z. B. im Bachelor Studiengang "Frühe Bildung" dran, kann man auch als Fachberater/in oder Kindergartengeschäftsführer/in arbeiten.  

Wie sehen die Arbeitszeiten eines Erziehers/einer Erzieherin aus? Wie sieht es mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus?

Die wöchentliche Arbeitszeit liegt bei 39 Stunden. Die Arbeitszeiten hängen von der Art und den Öffnungszeiten einer Einrichtung ab. In den Kindergärten und Krippen arbeitet man in der Regel tagsüber von Montag bis Freitag mit gelegentlichen Abendterminen z. B. wenn Elternabende sind. In Heimen wird meist im Schichtdienst gearbeitet, d. h. es gibt Früh- Spät- Nacht- und Wochenenddienste. Man hat ungefähr sechs Wochen Urlaub im Jahr. Bei den Dienstplänen versuchen die meisten katholischen Arbeitgeber - soweit wie es die betrieblichen Abläufe erlauben - Rücksicht auf die familiäre Situation zu nehmen. Wer in einem katholischen Kindergarten im Tarifbereich der AVO arbeitet und pflegebedürftige Angehörige bzw. Kinder zu versorgen hat, kann seine Arbeitszeit um eine Stunde reduzieren bei gleichem Gehalt.  

Gibt es für diesen Beruf eine bestimmte Kleiderordnung oder kann ich mich anziehen wie ich will?

Es gibt keine spezielle Kleiderordnung. Die Kleidung muss aber den Anforderungen aus dem Aufgabenfeld entsprechen. Schuhe mit hohen Absätzen passen nicht zu einem Waldtag im Kindergarten. Die teure Seidenbluse überlebt vielleicht das gemeinsame Essen in einer Krippengruppe nicht unbekleckert. Wenn die Hose des Erziehers , der einen Jugendlichen zu einem Vorstellungsgespräch in einen Betrieb begleitet, lässig in den Kniekehlen hängt, verschlechtert er damit unter Umständen die Chancen des Jugendlichen, einen Ausbildungsplatz erhalten. Erzieher und Erzieherinnen sind immer Modell für Kinder und Jugendliche, auch mit ihrer Art sich zu kleiden.

Was ist stressig in diesem Beruf?

Der Alltag mit Kindern ist immer voll von Überraschungen. Solche Überraschungen sind eine Herausforderung und können Erzieherinnen und Erzieher auch gleichzeitig stressen. Wichtig ist, dass sie mit neuen Situation souverän umgehen, den Überblick über alle Kinder behalten und flexibel und angemessen auf alle Situationen reagieren. Kinder und Jugendliche sind nicht immer gut drauf, nicht immer lieb und nett. Sie provozieren die Erzieher und Erzieherinnen auch, in dem sie sich nicht an Spielregeln halten, aggressiv reagieren oder die Kooperation verweigern. Auch die Eltern der Kinder können manchmal anstrengend sein, genauso wie der Kollege/die Kollegin oder die Vorgesetzten. Wer mit Menschen zusammenarbeitet, muss immer wieder neue Herausforderungen, Belastungen und auch Konflikte aushalten können und das kann auch mal ganz schön stressig werden. In der Ausbildung und durch Erfahrung lernen Erzieherinnen und Erzieher, dass solche Situationen nicht nur stressig, sondern auch eine berufliche Aufgabe sind, in der sie ihre Fähigkeiten zeigen können. Wo Kinder sind, geht es auch manchmal laut und wild zu. Der Lärmpegel in einer Kindertagestätte kann auf Dauer belastend sein ebenso wie das Tragen und Heben von kleinen Kindern und gelegentlich das Sitzen auf Kindermöbeln.  

Muss man katholisch oder evangelisch sein? Muss man regelmäßig in die Kirche?

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den katholischen Einrichtungen sind nicht nur als fachlich gut qualifizierte Pädagogen gefragt, sondern auch als Botschafter der Überzeugungen und Werte für die ihr Arbeitgeber steht. Deswegen ist die aktive Zugehörigkeit zur katholischen oder einer anderen christlichen Kirche in der Regel Voraussetzung für ein Arbeitsverhältnis in einem katholischen Kindergarten. Vorschriften, wie oft man in die Kirche gehen muss, gibt es für Erzieher/-innen nicht.  

Wie viele Jungs oder Männer arbeiten in dem Job?

In den Heimen und Horten arbeiten ungefähr gleichviel Männer wie Frauen. Im Kindergarten und der Krippe sind die Männer bislang nur wenig vertreten. Dort kommt auf 100 Erzieherinnen ein Erzieher. Es gibt inzwischen allerdings viele Aktivitäten, um mehr Männer für den Erzieherberuf in Kitas zu  gewinnen, denn Eltern, Kinder und Fachleute wünschen sich mehr Männer in den Kitas!

Wie funktioniert das mit der praxisintegrierten Ausbildung (PIA)?

Seit September 2012 kann man die Ausbildung zum Erzieher/ zur Erzieherin auf zwei Wegen machen. Neben der klassischen Ausbildungsform in zweijährigem Vollzeitunterricht mit anschließendem Anerkennungsjahr wird an den Fachschulen für Sozialpädagogik jetzt auch eine praxisintegrierte Ausbildung (PIA) angeboten. In der neuen Ausbildungsform PIA verbringen die Schülerinnen drei Tage in der Woche in der Schule und zwei Tage in der Kindertageseinrichtung. Einige Fachschulen gestalten den Unterricht auch als Blockunterricht. Neu ist, dass es mit  PIA bei der Ausbildung zur Erzieherin/ zum Erzieher eine Ausbildungsvergütung über alle drei Jahre hinweg gibt. Sie liegt im ersten Jahr bei 699 Euro monatlich.

Welche Zugangsvoraussetzungen braucht man für eine praxisintegrierte Ausbildung?

Zugangsvoraussetzung für die Praxisintegrierte Ausbildung ist der Realschulabschluss oder die Fachschulreife oder der Nachweis eines gleichwertigen Bildungsstandes und der erfolgreiche Abschluss des Berufskollegs für Praktikantinnen und Praktikanten oder eine vergleichbare Vorbildung eines anderen Bundeslandes oder einen Berufsabschluss als Kinderpfleger/in oder eine gleichwertige einschlägige berufliche Qualifizierung oder

  • die Fachhochschulreife, die fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife oder der schulische Teil der Fachhochschulreife eines beruflichen Gymnasiums der  Fachrichtung Sozialpädagogik oder Sozialwissenschaft und jeweils eine praktische Tätigkeit von mindestens sechs Wochen, die zur Vorbereitung auf die nachfolgende Berufsausbildung geeignet ist oder
  • eine mindestens einjährige abgeschlossene Berufsausbildung im sozialpädagogischen Bereich oder eine entsprechende Vollzeitschule sowie ein sechswöchiges Praktikum in einer sozialpädagogischen Einrichtung oder
  • eine mindestens einjährige abgeschlossene Berufsausbildung im pflegerischen Bereich oder eine entsprechende Vollzeitschule, wenn das Wahlfach Pädagogik und Psychologie besucht wurde, sowie ein sechswöchiges Praktikum in einer sozialpädagogischen Einrichtung oder
  • eine mindestens zweijährige, bei einer Teilzeittätigkeit entsprechend längere, kontinuierliche Tätigkeit als Tagesmutter mit mehreren Kindern (über Pflegeerlaubnis zugelassen) und ein sechswöchiges Praktikum in einer sozialpädagogischen Einrichtung oder
  • eine mindestens zweijährige Vollzeittätigkeit mit Kindern in einer sozialpädagogischen Einrichtung, wobei auch ein freiwilliges soziales Jahr oder der Bundesfreiwilligendienst in einer Kindertageseinrichtung angerechnet werden kann oder
  • eine mindestens zweijährige abgeschlossene Berufsausbildung und ein sechswöchiges Praktikum in einer sozialpädagogischen Einrichtung oder
  • die Führung eines Familienhaushalts mit mindestens einem Kind für die Dauer von mindestens drei Jahren und ein sechswöchiges Praktikum in einer sozialpädagogischen Einrichtung .

    Zudem muss man für die praktische Ausbildung einen Vertrag mit einer Kita haben und über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen.  

Wie finde ich eine Praxisstelle für die PIA-Ausbildung?

Neben der Nachfrage bei den einzelnen Kindertageseinrichtungen kann man sich auch bei den katholischen Verrechnungsstellen und Gesamtkirchengemeinden erkundigen, die für die Personalverwaltung und Geschäftsführung der Kindertageseinrichtungen zuständig sind. Einen Überblick über die Kontaktdaten der Verrechnungsstellen und Gesamtkirchengemeinen findet man unter: www.kath-vst.de 

Kann man auch als Erzieher/-in  in  einer katholischen Tageseinrichtung für Kinder arbeiten, wenn man keine Ausbildung zum Erzieher/zur Erzieherin hat?
Welche alternativen Qualifikationen sind erforderlich?

Ja. Als Fachkräfte in einer Kindertageseinrichtung können - neben ausgebildeten Erzieher/-innen - auch Personen mit folgenden Qualifikationen arbeiten:

  1. staatlich anerkannte Kindheitspädagogen/-innen und Sozialpädagogen/-innen, Sozialarbeiter/-innen, Diplompädagogen/-innen sowie Diplomerziehungswissenschaftler/-innen mit sozialpädagogischem Schwerpunkt und Bachelorabsolventen/-innen dieser Fachrichtungen
  2. Personen mit der Befähigung für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Sonderschulen sowie Personen mit einem Studienabschluss im pädagogischen, erziehungswissenschaftlichen oder psychologischen Bereich mit mindestens vier Semestern  Pädagogik
  3. staatlich anerkannte Kinderpfleger/-innen, Heilpädagogen/-innen und Personen mit einem Studienabschluss der Heilpädagogik

Nach einem einjährigen betreuten Berufspraktikum oder einer Qualifizierung in Pädagogik der Kindheit und Entwicklungspsychologie im Umfang von mindestens 25 Tagen, die auch berufsbegleitend durchgeführt werden kann, können auch Personen aus folgenden Berufsbereichen als Erzieher/-in arbeiten:

  1. Physiotherapeuten/-innen, Krankengymnasten/-innen, Ergotherapeuten/-innen, Logopäden/-innen
  2. Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-innen, Hebammen, Entbindungspfleger, Haus- und Familienpfleger/-innen, Dorfhelfer/-innen
  3. Fachlehrer/-innen für musisch-technische Fächer
  4. Personen mit der ersten Staatsprüfung für Lehramt an Grund,- Haupt- und Sonderschulen

Eine persönliche Beratung und detaillierte Informationen zu allen Bedingungen erhalten Sie bei unseren Geschäftsstellen.