Soziale Teilhabe

„Stell mich an, nicht aus!“

Stell mich an nicht aus

Im Alltagsleben kommen sie eher selten miteinander in Berührung. Da sind die Gutsituierten, die einen ordentlichen Arbeitsplatz und damit ihren Platz im gesellschaftlichen Leben haben. Und da sind die anderen, die davon nur träumen können. Dazu gehören vor allem die so genannten Langzeitarbeitslosen. Mit der Aktion "Stell mich an, nicht aus!" beim C-Punkt in der Nähe des Freiburger Münsters schafften es der Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg und die Diözesan-Arbeitsgemeinschaft Arbeit (DiAG Arbeit), unterschiedliche Lebenswelten miteinander ins Gespräch zu bringen.

Wie sich das für "abgehängte" Menschen anfühlt, das konnten viele Passanten und auch einige Politikerinnen und Politiker eins zu eins im direkten Gespräch mit langzeitarbeitslosen Männern und Frauen erfahren. So nahmen sich die beiden Freiburger Bundestagsabgeordneten Matern von Marschall (CDU) und Kerstin Andreae (Grüne) sowie der Emmendinger Landtagsabgeordnete Alexander Schoch (Grüne) und auch der SPD-Bundestagskandidat Julien Bender ausgiebig Zeit, um mit Betroffenen und Vertreterinnen und Vertretern der Caritas intensiv zu diskutieren.

Stell mich an nicht aus

Die Betroffenen äußerten immer wieder, dass es für sie beim Thema Arbeit um mehr geht als nur um die rein materielle Existenzgrundlage. Keine Arbeit zu haben oder zu finden, nagt am Selbstwertgefühl, untergräbt das Selbstbewusstsein und führt letztlich in Resignation und schlimmstenfalls in Depression. Nicht zu überhören war deshalb ihre klare Erwartung an die Politik, die Langzeitarbeitslosen nicht aus dem Blick zu verlieren. Konkret forderten sie, in der Arbeitsmarktpolitik nicht nur auf das freie Spiel der Marktwirtschaft zu setzen. Sondern auch andere Beschäftigungsmöglichkeiten zu fördern, in denen Langzeitarbeitslose eine sinnstiftende Tätigkeit erhalten, wie zum Beispiel in Beschäftigungsprojekten der Caritas.

Kern der Ausstellung "Stell mich an - nicht aus!" war ein Kubus, der exemplarisch sechs Lebensgeschichten langzeitarbeitsloser Menschen vorstellt. Die Ausstellung ist Teil der bundesweiten Kampagne der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft Integration durch Arbeit (BAG IDA) der Caritas.