Preisverleihung

Im Blick: Menschlichkeit

Preisträger 2016

Den mit 3.000 Euro dotierten ersten Preis des Wettbewerbs erhielt Sarah Modrow, Leiterin der Web-TV-Redaktion der Diözese Rottenburg-Stuttgart, für ihr Video-Porträt einer querschnittsgelähmten Frau, die seit 20 Jahren im Rollstuhl sitzt. Unspektakulär und ohne Mitleid zu erzeugen erzählt der Film die Geschichte und schildert den starken Lebenswillen dieser jungen Frau. Trotz Behinderung sieht sie ihre Aufgabe darin, sich für die Gesellschaft zu engagieren. "Es gibt immer einen Weg" ist so ein starkes Plädoyer für den Wert und die Würde des Lebens trotz massiver Einschränkungen und Handicaps.

Preisträger 2016

Der zweite Preis mit einem Preisgeld von 1.500 Euro ging an Andrea Beer für ihr im SWR gesendetes Hörfunk-Feature "Mascha und Werner. Zwei Leben - zwei Zeiten". Das Radio-Stück erzählt über das Leben von zwei Menschen mit Behinderung gestern und heute, deren Leben nicht unterschiedlicher verlaufen könnte. Werner lebt seit 80 Jahren in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung auf der Schwäbischen Alb und entkam nur knapp der sogenannten "Euthanasie" im "Dritten Reich". Mascha, die mit ihrer Familie aus Kasachstan kam, ist gerade 33 geworden und erwartet ein Kind.

Preisträger 2016

Ebenfalls mit einem zweiten Preis ausgezeichnet wurde Elisabeth Hussendörfer für ihre in der Zeitschrift Brigitte woman erschienene Reportage "Mein neuer Mitbewohner". Eine 70-Jährige aus dem badischen Denzlingen, die alleine eine Doppelhaushälfte bewohnt, nimmt einen 26-jährigen Asylbewerber bei sich auf. Die Geschichte dieser ungewöhnlichen WG wirbt sehr sympathisch für Bürgerengagement und Sozialcourage. Ein herausragendes Plädoyer für die Selbstverständlichkeit, mit der jede(r) in außergewöhnlichen Situationen dort helfen kann, wo Hilfe nötig und möglich ist.

Preisträger 2016

Mit einer "Lobenden Erwähnung" wurde Assata Frauhammer für die sechsseitige Stuttgarter Kinderzeitung zum Thema "Armut" ausgezeichnet. Armut in Deutschland? Darüber für junge Leser zu schreiben, ist die Autorin in besonderer Weise gerecht geworden. Erfrischend in der Darstellung wird das brennende Thema "Leben mit wenig Geld" auf die Lebenswirklichkeit von Kindern heruntergebrochen. Der Beitrag macht deutlich, dass eine (Kinder)Zeitung nicht nur Unterhaltungswert haben sollte, sondern ebenso einen Bildungsauftrag wahrnimmt.