Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg e.V. - Fachtag "Armut macht krank"

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Jahresthema 2012

Kernthemen der Kirche und ihrer Caritas

Diözesan-Caritasverband Freiburg lädt ein zum Fachtag "Armut macht krank"

 
fachtag armut macht krank
 



Zu einem Fachtag "Armut macht krank" lädt der Diözesan-Caritasverband Freiburg am 18. Oktober 2012 ins Bildungshaus St. Bernhard nach Rastatt ein. Armut und Krankheit sind Kernthemen der Kirche und ihrer Caritas. Häufig treten beide Probleme gemeinsam auf und betreffen Menschen in unterschiedlichsten Lebenssituationen. Der Fachtag richtet sich vor allem an hauptberufliche sowie ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Caritas wie auch in den Dekanaten, Seelsorgeeinheiten und kirchlichen Einrichtungen.

Am Vormittag stehen zwei Vorträge auf dem Programm: Professor Dr. Rolf Rosenbrock von der Charité in Berlin spricht über die "Soziale Ungleichheit von Gesundheitschancen" und zeigt Möglichkeiten und Grenzen einer primären Prävention auf. Karin Vorhoff, die Leiter der Solidaritätsinitiative des Deutschen Caritasverbands, stellt die dreijährige Initiative der Caritas für Solidarität und gesellschaftlichen Zusammenhalt vor. Am Nachmittag gibt es neun Workshops zum aktuellen und zum nächstjährigen Jahresthema, das den Fokus auf die Solidarität in und mit Familien richten wird. Der Fachtag beginnt um 09:30 Uhr und endet um 16:15 Uhr. Kostenbeitrag: 40 Euro.

Anmeldung bis 27. September 2012:
Diözesan-Caritasverband Freiburg
Petra Maurer,
Tel. 0761 8974-101
E-Mail: maurer@caritas-dicv-fr.de


 
Download
Der Einladungs-Flyer zum Herunterladen.
 

 

Informationen zu den Vorträgen und Workshops

Vorträge

1. Sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen Möglichkeiten und Grenzen primärer Prävention
Die sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen ist groß und nimmt weiter zu. Aufklärung und Gesundheitserziehung helfen wenig. Gesucht werden Interventionen, die insbesondere sozial Benachteiligten eine gesündere Lebensweise ermöglichen. Erfolgreich sind partizipativ angelegte Strategien, die von der Lebenslage der Zielgruppe ausgehen und auf die Verhältnisse ebenso wie auf das Verhalten einwirken. Der Weg führt über eine Stärkung individueller und kollektiver Ressourcen zum Ziel gesundheitsförderlicher Settings. Die aktuellen
politischen Rahmenbedingungen für solche Strategien sind nicht gut. Vordringlich wäre ein Bundesgesetz zur nicht-medizinischen
Primär-Prävention erforderlich.

Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Leiter der Forschungsgruppe Public Health am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung; Professor für Sozial-
und Gesundheitspolitik, Charité Berlin; seit 2012 Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbandes (Bundesverband).

2. Die Initiative der Caritas für Solidarität und gesellschaftlichen Zusammenhalt
Die Solidaritäts-Initiative bildet die inhaltliche Klammer und Leitidee der drei Caritas-Jahreskampagnen "Armut macht krank" (2012), "Solidarität in und mit Familien" (2013) und "Solidarität weltweit" ( 2014). Sie will grundsätzliche Impulse in Politik, Gesellschaft und in den Verband hinein geben, die die Bedeutung von Solidarität für den sozialen Zusammenhalt beleuchten. Der Beitrag stellt Hintergründe, Ziele und Positionen sowie Formen der Umsetzung vor. Erfahrungen mit der laufenden Kampagne sowie die Planungen für 2013 und die Idee der Kampagne 2014 werden ebenfalls referiert.

Karin Vorhoff, Leiterin der Solidaritätsinitiative und Koordination Arbeitsfeld Sozialräumliche Arbeit im Deutschen Caritasverband, Freiburg.


Workshops zur Caritas-Jahreskampagne 2012 &bdquoArmut macht krank&ldquo

Workshop 1
Altersarmut hat viele Gesichter
Armut im Alter begegnet uns nicht allein als Folge vorangehender Armut. Häufig entsteht sie erst im höheren Lebensalter (z.B. durch hoheGesundheitsausgaben, fehlende Beitragszeiten) und prägt sich dann immer stärker aus. Sie bleibt häufig unbemerkt und die Auswirkungen auf die Lebensqualität werden nicht bedacht. Wir wollen Lebenssituationen alter Menschen, die in Armut leben, näher ansehen und Ideen entwickeln, um der Armut im Alter wirksam zu begegnen.

Barbara Dietrich-Schleicher, Referentin für Sozialstationen,
Monika Modner, Referentin für offene Altenhilfe und Hospizarbeit,
beide Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg


Workshop 2
Psychische Erkrankungen: Veränderungen der Lebensplanung und der Teilhabe
Menschen mit chronischen psychischen Erkrankungen (z.B. Schizophrenie) können oft nicht mehr an ihre früheren beruflichen Leistungen
anknüpfen. Ihr Einkommen sinkt teilweise drastisch, sozialer Abstieg bis hin zur Verarmung droht. Individuell erarbeitete Reha- und Umgangskonzepte können diese "Abwärtsspirale" bremsen. Die sozialräumliche Integration sowie tragende persönliche Beziehungen sind gleichermaßen wichtig. Der Blick darauf kann helfen, den "roten Faden" für die Lebensplanung wieder zu finden.

Dietrich Borchardt, Psychologischer Psychotherapeut, zuletzt Abteilungsleiter beim Caritasverband Freiburg-Stadt
Dr. Ulrike Hahn, Abteilungsleiterin Soziale Dienste, Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg


Workshop 3
Migrationserfahrungen: Häufig arm und oft nicht gesund
Zuwanderer sowie Kinder von Migranten oder Flüchtlingen, sind häufiger von Armut bedroht und betroffen als der Rest der Bevölkerung. Sie
weisen häufig eine Reihe von Gesundheitsrisiken auf, welche teilweise aus der materiellen Armut resultieren, mitunter aber auch aus migrationstypischen Risiken hervorgehen. In dem Workshop sollen die Risiken und ihre Ursachen diskutiert sowie Lösungsansätze herausgearbeitet werden.

Dr. Verena Liessem, Referentin für ökonomische Fragen der sozialen Sicherung, Deutscher Caritasverband, Freiburg
Josef Follmann, Referent Migration und Integration, Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg


Workshop 4
Wohnungslosigkeit: Schwierigkeiten der medizinischen Versorgung
Die Pflasterstub&rsquo ist eine Tagesstätte und Beratungsstelle für wohnungslose Menschen in Freiburg. Dort erfahren täglich viele (zumeist
wohnungslose) Gäste auch medizinische Unterstützung. Es zeigt sich, dass Alternativangebote zur medizinischen Regelversorgung für "Menschen am Rande" überlebenswichtig sind. Der Workshop stellt die alltägliche Arbeit in der Ambulanz vor und zeigt die Potenziale und Grenzen ehrenamtlicher Hilfen.

Willibert Bongartz, Leiter der Pflasterstub&rsquo, Caritasverband Freiburg-Stadt


Workshop 5
Kinder und Jugendliche: Wege zu mehr Gesundheit
Wissenschaftliche Untersuchungen aus den letzten Jahren zeigen, dass zunehmend schon Kinder und Jugendliche von gesundheitlichen
Problemen und Risiken betroffen sind. Die Themenpalette reicht dabei von Übergewicht, Fehlernährung, Bewegungsmangel oder Stoffwechselkrankheiten bis hin zu psychischen Problemen und Stress. Dabei sind häufig Kinder aus Familien mit niedrigen sozialen Status besonders gefährdet. Der Workshop richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit Schulkindern und Jugendlichen arbeiten. Im Fokus steht die Frage, wie diese Themen in der Alltagspraxis aufgegriffen und bearbeitet werden können.

Barbara Denz, Vorstandsvorsitzende, IN VIA Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit in der Erzdiözese Freiburg e.V.
Dr. Markus Mayer, Referent für Bildung und Schule, Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg


Workshop 6
Gemeindecaritas: Die Armen sehen!? - Zur Sensibilität christlicher Gemeinden
Angesprochen auf Probleme der Armut lässt sich in den Pfarreien und Seelsorgeeinheiten oft ein Reflex beobachten: "So etwas gibt es bei uns
nicht". Mitunter lassen sich auch Vorurteile gegenüber Menschen in Armut erkennen. Dadurch ist die Bereitschaft, sich auf die aktuelle Jahreskampagne einzulassen, deutlich eingeschränkt. Im Workshop sollen Erfahrungen mit diesem Phänomen ausgetauscht und Möglichkeiten zur Sensibilisierung und Information in Armutsfragen vorgestellt und diskutiert werden.

Mathilde Roentgen, Geschäftsführerin des CKD-Diözesanverbandes Freiburg
Alexander Gromann-Bross, Referent für Gemeindecaritas und Mitgliedschaftswesen, Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg


Workshops zur Caritas-Initiative für Solidarität und gesellschaftlichen Zusammenhalt (2012-2014)

Workshop 7
"Solidarität stiften" - ein Grundthema der Caritas
Die Caritasverbände verstehen sich als "Solidaritätsstifter". Sie knüpfen damit an die Tradition der kirchlichen Soziallehre an. Der Workshop greift
die theologischen und ethischen Zusammenhänge auf. Welche Orientierungen ergeben sich für die fachliche und sozialpolitische Arbeit in den caritativen Verbänden, Diensten und Einrichtungen? Wie lässt sich Solidarität als durchgängige Zielperspektive verankern? Welche Anregungen für die Handlungspraxis finden sich in der dreijährigen Solidaritätsinitiative?

Karin Vorhoff, Leiterin der Solidaritätsinitiative und Koordination Arbeitsfeld Sozialräumliche Arbeit, Deutscher Caritasverband, Freiburg
Dr. Marc Breuer, Referent für Grundsatzfragen, Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg


Workshop 8
Die Caritas-Jahreskampagne 2013: Ausblick und Vorbereitung
Familien leisten für die Gesellschaft z.B. Aufgaben der Sozialisation oder der Pflege. Sie sind dabei in hohem Maß auf gesellschaftliche Solidarität
angewiesen. Welche Handlungsoptionen und Unterstützungsmöglichkeiten ergeben sich im Raum der Caritas, um Familien zu unterstützen? Der  Workshop sammelt Themen, Fragen, Anliegen und Forderungen, um die Umsetzung Jahreskampagne 2013 in den Verbänden, Diensten und  Einrichtungen der Caritas zu unterstützen.

Christine Fackler, Einsatzleiterin Familienpflege, Caritasverband Freiburg-Stadt
Hildegard Maur, Referentin für Familienhilfe, Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg


Workshop 9
Generationensolidarität: Familie weiter denken
Nichtverwandtschaftliche Beziehungen zwischen den Generationen werden in einer alternden Gesellschaft mit vielen kinderlosen Personen immer
wichtiger. Ältere und jüngere Menschen können dabei in hohem Maße voneinander lernen. Schon heute setzen sich viele ehren- wie hauptberuflich Mitarbeitende der Caritas und Ihrer Fachverbände aktiv in diesem Sinne ein. Im Blick auf die Caritas-Jahreskampagne 2013 lädt der Workshop zum Erfahrungsaustausch ein. Für die Arbeit vor Ort, z.B. in kirchlichen Gemeinden, werden Projektideen gesammelt und Konzepte entwickelt.

Monica Kleiser, Projektreferentin, CKD-Bundesverband, Freiburg


 
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Informationen zu den Vorträgen und Workshops als PDF zum Herunterladen.