Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg e.V. - Hochrheinkonferenz 2012

www.dicvfreiburg.caritas.de
Aktuelles
Presseinfos
Fachtag NLB
Tag der Pflege
Dankeschön-Tag
Ethik ist Chefsache
Aktionswoche Hauswirtschaft
Tag der Pflege
Diözesantag 2013
1000 Euro für Mittagstisch
Neue Internetseite für Senioren in Heidelberg
Umweltpreis der Erzdiözese
Georg Salvamoser Preis
Spende für Jugendliche
Caritas-Gespräche zur Dialoginitiative
Umzug der Caritas-Akademie
Marta Belstler Schule in neuem Domizil
Sammlungsmittel für Caritas Heidelberg
Jahrestagung DiAG Arbeit
Fachtag Armut macht krank
lea-Trophäe
Besuch einer Ministerin
Spende
Fachtag "Armut macht krank"
Übermorgenmacher
Katholikentag
CSR-Tour
Tagung Fachkräftegewinnung
Empfehlung zu "Kommunion und Demenz"
Hochrheinkonferenz 2012
Wir suchen: Erzieher/in
Eckpunktepapier Armut
Jobbörse
Spenden
Caritas-Mitteilungen

Hochrheinkonferenz 2012

Ein zartes Pflänzchen mit Potential

Hochrheinkonferenz der Caritas nahm Kooperationen mit der Wirtschaft unter die Lupe

Kooperationen zwischen der Caritas und Wirtschaftsunternehmen sind heute keine Seltenheit mehr. Was vor Jahren eher noch ungewöhnlich war, dass nämlich gemeinnützig agierende Wohlfahrtsverbände mit profitorientierten Unternehmen zusammenarbeiten, ist inzwischen auf beiden Seiten durchaus Teil strategischer Überlegungen. Unter dem klingenden Namen "Corporate Social Responsibility", kurz: CSR, geht es dabei um das wichtige Thema "soziale Verantwortung" in und für die Gesellschaft.

 
plenum
Interessierte Aufmerksamkeit für das spannende Thema "Kooperation zwischen Caritas und Wirtschaft" herrschte auf der Hochrheinkonferenz in Hegne.
 

Wie aktiv die Caritas in diesem Bereich unterwegs ist, zeigte sich auf der diesjährigen Hochrheinkonferenz im Kloster Hegne am Bodensee. Dort trafen sich rund 25 Vertreterinnen und Vertreter der Anrainer-Caritasverbände. Erstmals war in  diesem Jahr auch eine Delegation der Caritas Elsass dabei, was von den bisherigen Teilnehmern als Bereicherung erlebt wurde. Der ganztägige Austausch drehte sich vor allem um Modelle und Erfahrungen in der Kooperation mit Wirtschaft.

 
elsass
Erstmals mit dabei: die Caritas Elsass mit Laurent Braun (links) und Vizepräsident Bernard Fliegans (rechts) mit der Übersetzerin, Madame Royon.
 

Ob im österreichischen Vorarlberg, in der Schweiz, im Elsass oder in Deutschland: Die jeweiligen Caritasverbände haben längst dieses Betätigungsfeld entdeckt und sind dabei, es mit unterschiedlichen Instrumenten und Methoden zu bestellen. Über die Landesgrenzen hinaus ist zu beobachten, dass Unternehmen zunehmend auf Nachhaltigkeit setzen, wobei sie dies nicht nur ökologisch, sondern auch sozial verstehen. CSR wird als ein Instrument zur Imagepflege wahrgenommen, weshalb für die Caritas "risikante Chancen" in der Kooperation mit Wirtschaft liegen, wie Ulrike Hahn vom Diözesan-Caritasverband Freiburg bemerkte. Riskant deshalb, weil damit auch die Gefahr verbunden ist, als Feigenblatt missbraucht zu werden.

maetzler klinger
Karoline Mätzler und Caritas-Direktor Peter Klinger aus Vorarlberg.



Um dieser Gefahr vorzubeugen, darüber war man sich auf der Caritas-Hochrheinkonferenz einig, braucht es für die Kooperation mit der Wirtschaft klare ethische Richtlinien. Das habe, so der Züricher Caritasdirektor Max Elmiger, zudem den Effekt, dass Firmen die Caritas als professionelle Organisation erleben, die weiß, was sie will. Laurent Braun von der Caritas Elsass verwies in diesem Zusammenhang gar auf eine Ethik-Charta, die Grundlage für die Zusammenarbeit ist.

 
tedeschi waldraff
Im Gespräch: Claudio Tedeschi von der Caritas Vorarlberg im Interview mit Dieter Waldfraff von der kirchlichen Radioarbeit.
 

Während im Elsass die Kooperation eher in der Form des "Mäzenatentums" praktiziert wird, beteiligt sich die Luzerner Caritas in der Schweiz in einem eigens gegründeten Verein. Der setzt sich für eine starke Region Zentralschweiz ein und knüpft darum mit an einem Netzwerk von gemeinnützigen und wirtschaftlichen Unternehmen mit dem Ziel, langfristige Partnerschaften zu initiieren, so Thomas Thali, Geschäftsleiter der Luzerner Caritas.

Claudio Tedeschi von der Caritas Vorarlberg unterstrich, dass zu einer CSR-Strategie die Entwicklung von Selbstbewusstsein und Professionalität gerade auch auf Seiten der Caritas gehört: von der Bittstellerin über die Sponsoringpartnerin zur Mitgestalterin von sozialer Verantwortung. Für den Diözesan-Caritasverband Freiburg stellte Michael Müller die Aktionsgemeinschaft "Gemeinsam Gewinnen" und den LEA-Mittelstandspreis vor, mit dem die Caritas in Baden-Württemberg zusammen mit dem Ministerium für Finanzen und Wirtschaft sozial engagierte mittelständische Unternehmen auszeichnet.

Die Vielfalt, wie Caritas mit der Wirtschaft kooperieren kann, ist groß und bunt. Bis hin, dass sich Caritas als selbstbewusster Partner in der Betriebssozialarbeit von Wirtschaftsunternehmen engagiert, wie es die Caritas Hochrhein inzwischen erfolgreich tut. Die Messlatte für das, was in der Zusammenarbeit mit Wirtschaft geht oder auch nicht, ist allerdings die Glaubwürdigkeit der Caritas. Das war auf der Hochrheinkonferenz als Grundtenor durchgängig zu hören. Carlo Knöpfel von der Caritas Schweiz brachte es so auf den Punkt: die Kooperation zwischen Caritas und Wirtschaft ist "ein zartes Pflänzchen, aber mit Potential".

dicv
Entspannte Atmosphäre bei den Gastgebern des Diözesan-Caritasverbandes Freiburg (v.l.): Nicole Buchholz, Josef Follmann, Übersetzerin Madam Royon und Ulrike Hahn.

Thomas Maier