Erzbischof Robert Zollitsch: "Es braucht heute Frauen
und Männer, die mehr mit Taten als mit Worten zeigen, was gut ist."
Minister Nils Schmid: "Unternehmerisches Handeln und
gesellschaftliches En-gagement gehen Hand in Hand"
Stuttgart, 26. Juni. Drei mittelständische Unternehmen
wurden heute in Stuttgart mit dem "Mittelstandspreis für soziale
Verantwortung in Baden-Württemberg 2012" ausgezeichnet: der Biomarkt
Roland Geist GmbH aus Öhringen, die Reinert Kunststofftechnik GmbH & Co.KG
aus Bissingen an der Teck und die Bäckerei Hermann Armbruster GmbH & Co im
badischen Schutterwald. Sie erreichten in ihrer Größenkategorie jeweils den
ersten Platz unter fünf Unternehmen, die aus 215 eingegangenen Bewerbungen für
den Preis nominiert wurden. Der Mittelstandspreis für soziale Verantwortung
positioniert sich damit in seinem sechsten Jahr erneut als bundesweit
teilnehmerstärkster Wettbewerb, der Corporate-Social-Responsibility-Aktivitäten
(CSR) kleiner und mittlerer Unternehmen auszeichnet. Der undotierte Preis steht
unter dem Motto "Leistungn - Engagement - Anerkennung" und würdigt
das freiwillige soziale und gesellschaftliche Engagement dieser Unternehmen.
"Wir staunen, wie viel Zeit und Herzblut die Betriebe
aufbringen, um eine gute Idee voranzubringen", führten die
Caritasdirektoren Prälat Wolfgang Tripp (Stuttgart) und Monsignore Bernhard
Appel (Freiburg) im Neuen Schloss in Stuttgart vor 400 Gästen aus. Ein solcher
Einsatz verdiene Anerkennung, und diese wollten die Caritas und das Ministerium
für Finanzen und Wirtschaft mit dem Preis aussprechen. "Alle Bewerber des
Mittelstandspreises gehen gesellschaftliche Probleme an und entwickeln neue,
kreative Lösungen. Als Caritas halten wir das für ein starkes Signal an die
Gesellschaft."
Für Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid ist die hohe
Bewerberzahl erneut ein sichtbares Zeichen, dass es im Land eine gelebte
Tradition unternehmerischer Verantwortung gebe, die über die reine Erfüllung
gesetzlicher Vorgaben hinausgehe. "Die 215 Projekte zeigen, dass
unternehmerisches Handeln und gesellschaftliches Engagement Hand in Hand
gehen." Schmid sprach den Unternehmen und ihren Sozialpartnern dafür den
Dank und die Anerkennung der Landesregierung aus und gab als Ziel vor:
„Gemeinsam machen wir Baden-Württemberg zum CSR-Musterland.“
Erzbischof Robert Zollitsch würdigte anlässlich der
Preisverleihung das soziale Engagement der Unternehmerinnen und Unternehmer. In
Vertretung von Erzbischof Zollitsch sagte der Freiburger Weihbischof Bernd Uhl
im Neuen Schloss, über Werte werde gern und viel gesprochen. Sie ließen sich
aber nicht herbeidiskutieren und verordnen. "Es braucht heute Frauen und
Männer, die mehr mit Taten als mit Worten zeigen, was gut ist. Frauen und
Männer, die Werte in Freizeit und Beruf, in Familie und Unternehmen authentisch
leben und glaubhaft umsetzen“, so Uhl im Namen von Erzbischof Zollitsch. Wie
viel tagtäglich an ehrenamtlichem Engagement geschehe, ohne dass es in der
breiten Öffentlichkeit wahrgenommen werde, zeige sich an diesem Abend.
Die Preisträger kommen aus Öhringen, Bissingen an der Teck
und Schutterwald
Den Preis für die Kategorie bis 20 Mitarbeiter erhielt die
Biomarkt Roland Geist GmbH in Öhringen. Der Naturkostladen will Menschen mit
Behinderung ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen und beschäftigt daher drei
Frauen mit Mehrfachbehinderungen. Der Biomarkt wurde rollstuhlgerecht umgebaut
und die Mitarbeiterinnen haben bewusst direkten Kontakt mit den Kunden.
Persönlich setzte sich das Ehepaar Geist dafür ein, dass die Frauen von der
Agentur für Arbeit gefördert wurden und so ihre Arbeitsassistenz in der
Einarbeitungsphase selbst finanzieren konnten.
In der zweiten Kategorie bis 150 Mitarbeiter ist der
Preisträger die Reinert Kunststofftechnik GmbH & Co. KG aus Bissingen unter
Teck. Das Unternehmen beschäftigt seit 15 Jahren Menschen mit Behinderung, die
komplett in den Betriebsablauf integriert sind und teilweise im normalen
Schichtbetrieb mitarbeiten. In der Region präsentiert das Unternehmen seine
Arbeitsmodelle und wirbt dafür, dass auch andere Unternehmen Menschen mit
Behinderung beschäftigen.
Sieger der dritten Kategorie bis 500 Mitarbeiter ist die
Hermann Armbruster GmbH & Co in Schutterwald. Als Großbäckerei macht das
Unternehmen immer wieder auf Notlagen aufmerksam und nimmt sich besonders den
Bedürfnissen in der Region an. So wurde beispielsweise die längste Kaffeetafel
Deutschlands ins Leben gerufen, bei der mehr als 6.300 Personen gegen eine
Spende an der Tafel Kaffe und Kuchen erhielten.
Preis soll Unternehmen in ihrem Engagement stärken und
fördern
Den Mittelstandspreis verleihen die Caritas in
Baden-Württemberg und das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft
Baden-Württemberg bereits zum sechsten Mal. Wissenschaftlich begleitet wird die
Preisverleihung vom Institut für Social Marketing in Stuttgart.
Zur Bewerbung eingeladen waren alle baden-württembergischen
Unternehmen mit maximal 500 Beschäftigten, die in unterschiedlicher Art und
Weise Wohlfahrtsverbände, soziale Organisationen, Initiativen, Einrichtungen
oder (Sport-)Vereine unterstützen und gemeinsam mit ihnen ein soziales Projekt
auf die Beine stellen. Die öffentliche Anerkennung dieser Leistungen soll
zugleich Motivation dafür sein, in der Dauerhaftigkeit dieses Engagements nicht
nachzulassen.
Bis zum 31. März 2013 kann man sich wieder um den
Mittelstandspreis 2013 bewerben.
Infos unter http://www.mittelstandspreis-bw.de
Hinweis für die Redaktionen:
Bilder mit den Preisträgern, den Veranstaltern und
Vertreter der Schirmherren sowie eine ausführliche Beschreibung der Projekte
stehen ab Mittwoch, 27. Juni, 12 Uhr als Download unter
www.dicv-rottenburg-stuttgart.caritas.de/12382.asp und unter
www.mittelstandspreis-bw.de zur Verfügung. Filmmaterial zu den Gewinnern finden
Sie als Download unter http://wtrns.fr/THDlQy8a1Olev9s (QuickTime Foto-Jpeg)
oder unter http://wtrns.fr/oVV8r434i4KYTs (QuickTime H264).